Amphibische Tausendsassa

Biber sind von Kopf bis Fuss an das Leben im und unter Wasser angepasst.

Wenn Biber schwimmen, sind sie ganz Ohr: Zwar ragt nur ganz wenig vom Kopf über die Wasseroberfläche, aber Nase, Augen und Ohren sind genau hier angebracht und voll in Aktion. Einem Stück Treibholz zum Verwechseln ähnlich, kommt das Biberschiff dahergeglitten - völlig lautlos. Die grossen Hinterpfoten tragen Schwimmhäute zwischen den Zehen und besorgen den Antrieb.

Auch zum Tauchen ist der Biber perfekt eingerichtet. Für den Tauchgang kann er Nase und Ohren verschliessen. Mit seiner Spindelform schwimmt er fast wie ein Fisch und kann bis zu fünfzehn Minuten unter Wasser bleiben. Empfindliche Tasthaare helfen bei der Orientierung, sie spüren feinste Strömungen und Druckunterschiede. Der Biberpelz trägt bis zu 23'000 Haare pro Quadratzentimeter. Dies ist im Tierreich rekordverdächtig und äusserst wirkungsvoll. Eine feine Lufthülle in der dichten Wolle hält die Biberhaut stets trocken.

Die Lage von Nase, Augen und Ohren ist dem Leben im Wasser angepasst: So weit oben am Kopf, dass der Biber hören, sehen, riechen und atmen kann während der Rest des Körpers unter Wasser versteckt ist.

Die Kelle für alle Fälle

Genial ist der Biberschwanz – auch "Kelle" genannt: Wie eine Fischflosse dient sie für Antrieb und Steuerung. Im Winter ist sie ein überlebenswichtiges Fettdepot, und im Sommer hilft der nackte, schuppige Schwanz, den Körper herunter zu kühlen. Wenn ein Biber mit seiner Kelle auf's Wasser klatscht, heisst es für alle: "Weg hier, Gefahr droht".

Zugegeben, an Land sind die Tiere weniger flink. Aber was soll's, ihre Leibspeise, die Weiden, stehen ja unmittelbar am Wasser. Sie müssen allenfalls gefällt, aber nicht gejagt werden. Und wie die Biber zum Holzfällen hervorragend eingerichtet sind, lässt sich auch in diesem Biber-Lexikon erfahren.