HALLO BIBER! - voll auf Kurs

HALLO BIBER! - die Zehnjahresaktion von Pro Natura Baselland - ist nach den ersten beiden Tätigkeitsjahren voll auf Kurs. Vor allem im Unterlauf der Birs, zwischen Dornach und Reinach sowie zwischen Basel und Birsfelden, werden wichtige Massnahmen ausgeführt, um den Fluss zu revitalisieren und den Bibern die Rückkehr zu ermöglichen. 4 der 15 grossen Biber Barrieren sind bereits beseitigt. Der Erfolg der Aktion HALLO BIBER! stützt sich auf die breite Sympathie in der Bevölkerung und auf die gute Zusammenarbeit mit den Behörden in Baselstadt und Baselland.

Hindernisse für Biber aufheben, die Flüsse und Bäche revitalisieren und Sympathie für den Biber gewinnen - das sind die drei Hauptziele der Zehnjahresaktion HALLO BIBER!. Urs Leugger, Geschäftsführer der Aktion, konnte an der heutigen Medienorientierung eine erfreuliche Zwischenbilanz ziehen. 4 der 15 grossen Barrieren, welche den Bibern die Rückkehr in die alte Heimat versperren, wurden von den Kantonen Baselland und Basel-Stadt entfernt. Entlang der Birs zwischen Dornach und Reinach sowie zwischen Grün 80 und Birsfelden sind zur Zeit wichtige Arbeiten in Gange. Diese beiden Stellen sind "biber-strategisch" besonders wichtig. Der Unterlauf der Birs ist das eigentliche Nadelöhr für die Biberwanderung vom Hochrhein ins Laufen- und Lützeltal.

Birs bei Reinach: Raus aus dem steinernen Korsett
Als ein Glücksfall für die Biber erweist sich die Erneuerung der Kanalisation von Dornach bis zur Kläranlage in Reinach. Bisher verlief die Kanalisations-Leitung so nahe am Fluss, dass eine Revitalisierung der Birs nur begrenzt möglich gewesen wäre. HALLO BIBER! machte den zuständigen kantonalen und kommunalen Stellen den Vorschlag, die Kanalisation vom Birsufer weg zu verlegen. Die Behörden nahmen die Idee mit Begeisterung auf. Jetzt ist der Weg frei, um der Birs auf einer Länge von mehreren hundert Metern mehr Raum zum Schlängeln zu geben.

Bereits haben die Wasserbauer vom Tiefbauamt BL die ersten Pläne für die Revitalisierung ausgearbeitet: Das Wasser soll aus dem 20 Meter breiten, geradlinigen und mit grossen Steinblöcken verbauten Kanal befreit werden und in Zukunft durch eine wildromantische Flusslandschaft fliessen. Geht alles gut, dürften in ein bis zwei Jahren die Bagger auffahren und die Birs bei Reinach aus ihrem steinernen Korsett befreien.

Durchbruch bei Birsfelden
Im vergangenen Juni machten die Kantone BL und BS den Spatenstich für die Revitalisierung des Birsabschnittes zwischen Basel und Birsfelden (Birsvital). Bereits ein Jahr zuvor gab HALLO BIBER! den (planerischen) Startschuss für die Revitalisierung von rund 1.5 km der Birs zwischen der ehemaligen Grün 80 und dem St. Jakob Park. Sind beide Vorhaben einmal realisiert, wird die Birs von der Holzbrücke Neuewelt, Münchenstein, bis zum Birskopf durchgehend natürlich fliessen. Eine schöne Einladung an die Biber, um sich ihren Weg Birs aufwärts zu erschnuppern! Ein schöner Erfolg auch für die Aktion HALLO BIBER!, die wichtige Gedankenarbeit für die Realisierung dieser Projekte geleistet hat.

Kein Stop an der Landesgrenze
Die Biber werden aber auf ihrem Weg zurück in die alte Heimat nicht an den Kantons- oder Landesgrenzen halt machen. HALLO BIBER! ist daran, zukünftigen «solothurnischen» Biberlebensraum an der Birs und der Lützel zu schaffen, z.B. bei Bärschwil und bei Kleinlützel. Ebenso bestehen Kontakte zu südbadischen und elsässischen Behörden. Die Verbindung zwischen den Hochrhein - Bibern mit jenen im Elsass wird ein wichtiger Beitrag für das langfristige Überleben dieses sympathischen Nagers im Dreiland.

Portrait
HALLO BIBER! ist eine 10-Jahresaktion von Pro Natura Baselland mit einer Geschäftsstelle in Liestal. InteressentInnen können den Newsletter HALLO BIBER! bestellen (HALLO BIBER!, Postfach 376, 4410 Liestal). Die Aktion sucht Sponsoren und Donatoren für die Finanzierung der Landkäufe und der weiteren Aktivitäten.
Kontakt: Urs Leugger-Eggiman
Tel. 061 923 86 50; E-Mail: hallobiber@pronatura.ch

Die Knacknüsse der Zukunft

Bis vor kurzem versperrten 15 Hindernisse, d.h. Flusskraftwerke, Wasserfälle und Schwellen am Unterlauf der Ergolz, an Rhein, Birs und Lützel dem Biber den Weg in unsere Region: Acht davon sind unpassierbar, bei sieben könnten es besonders risikofreudige Tiere schaffen, auf dem Landweg vorbeizukommen. Die Umgehung ist für die Tiere aber mühsam und gefährlich.

Die Kantone Baselland und Basel-Stadt haben inzwischen vier Barrieren an der Birs geöffnet (BL: Metallwerke Dornach, Reinacherheide und St. Jakob; BS/BL: Birskopf). Bleiben noch 11 Biberhindernisse. Darunter befinden sich sehr knifflige Fälle, nämlich die Rheinkraftwerke Augst-Wyhlen und Birsfelden sowie die Birswehre bei Dornachbrugg und bei der Papierfabrik Grellingen.

In den vergangen Jahren reagierten die Betreiber der Kraftwerke Augst-Wyhlen und Birsfelden skeptisch auf Vorschläge für eine Verbesserung der Durchgängigkeit ihrer Anlagen für Biber. Unterdessen ist es HALLO BIBER! gelungen, das Eis zu brechen. Verschiedene Lösungsvarianten werden zur Zeit von den Kraftwerksbehörden ernsthaft geprüft. Die Chancen stehen gut, dass die Barrieren in wenigen Jahren im Rhein geöffnet werden.

Bei den Birswehren bei Dornachbrugg und bei der Papierfabrik Grellingen, die mitten im Siedlungsgebiet liegen, wird's für den Biber sehr eng. Staustufen von mehreren Metern Höhe verunmöglichen ein Weiterkommen im Wasser und Gebäude und Strassen verhindern eine Umgehung auf dem Landweg. HALLO BIBER! ist zuversichtlich, dass auch hier Lösungen gefunden werden können.

Mediencommuniqués

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