Die grössten Hindernisse:
Kraftwerke am Rhein und Wehre an der Birs

HALLO BIBER! verfolgt drei Haupt-Ziele: Künstliche Hindernisse passierbar machen, Lebensraum für die Biber vorbereiten und Sympathie für die Biber gewinnen. Vor allem die Hindernisse sind eine harte Nuss zu knacken.

Bis vor kurzem versperrten 15 Hindernisse, d.h. Flusskraftwerke, Wasserfälle und Schwellen am Unterlauf der Ergolz, an Rhein, Birs und Lützel dem Biber den Weg in unsere Region: Acht davon sind unpassierbar, bei sieben könnten es besonders risikofreudige Tiere schaffen, auf dem Landweg vorbeizukommen. Die Umgehung ist für die Tiere aber mühsam und gefährlich.

Die Kantone Baselland und Basel-Stadt haben inzwischen vier Barrieren an der Birs geöffnet (BL: Metallwerke Dornach, Reinacherheide und St. Jakob; BS/BL: Birskopf). Bleiben noch 11 Biberhindernisse. Darunter befinden sich sehr knifflige Fälle, nämlich die Rheinkraftwerke Augst-Wyhlen und Birsfelden sowie die Birswehre bei Dornachbrugg und bei der Papierfabrik Grellingen.

Für die Kraftwerke Rheinfelden, Augst-Wyhlen und Dornachbrugg liegen bereits konkrete Lösungsvorschläge vor. Über deren Umsetzung verhandelt HALLO BIBER! zur Zeit mit den Kraftwerksbehörden. Die Lützelschwelle in Kleinlützel (SO) wurde im Oktober 2003 aufgrund eines HALLO BIBER! Projektes für Biber passierbar gemacht und damit eine weitere Barriere für den Biber geöffnet.

Aktuelles zu Biberhindernissen:

Kraftwerk Birsfelden ist bibergängig

Das Timing könnte nicht besser sein: nachdem anfangs 2008 erste Biberspuren zwischen den Kraftwerken Augst und Birsfelden gesichtet worden sind, montiert das Kraftwerk Birsfelden Biberrampen beim Maschinenhaus. Einige Zeit später werden Ein- und Ausstieghilfen für den Biber beim Fischpass angelegt. Zusammen mit Durchschlupfmöglichkeiten in den Zäunen bei strategisch wichtigen Orten stehen der Wanderung nun keine Hindernisse mehr im Weg.

Biber in der Birs

Kaum sind die neuen Rampen beim Kraftwerk Birsfelden erstellt, tummelt sich auch schon ein Biber unterhalb des Kraftwerks und in der Birs. Bereits wurde der Nager auf seiner Erkundungstour der Birs entlang aufwärts bis auf die Höhe der Reinacherheide beobachtet.

Damit sieht es ganz danach aus, dass sich unser Freund anschickt, die Birs wieder zurückzuerobern, notabene den Fluss, wo vor 200 Jahren der letzte Biber geschossen und die Art damit gesamtschweizerisch ausgerottet wurde.

Die Besiedlung der Birs ist eines der wichtigsten Ziele, die sich unsere Zehnjahresaktion gesetzt hat. Jetzt stehen wir also kurz davor und freuen uns sehr darüber. Viele unserer Projekte betrafen die Birs und nun packen wir das letzte, die Revitalisierung beim Schänzli mit neuer Freude an.

Siehe auch Erster Biber in der Birs.

Barrieren werden geöffnet, z.B. beim Kraftwerk Augst

Die Kraftwerk Augst AG baute den Fischpass des gleichnamigen Kraftwerks um und nahm ihn nach langer Pause wieder in Betrieb. Für Biber wurde zusätzlich über den Fischbecken ein Holzsteg eingebaut, der es den Nagern ermöglicht, auf diesem Weg das Kraftwerk auf der Schweizer Seite zu umgehen; nach dem Bau der Biberrampe in der Schiffsschleuse besteht nun für Biber eine zweite Durchgangsmöglichkeit. Umgehungshilfen auf der deutschen Seite des Kraftwerks sind später auch realisiert worden.

Kraftwerk Laufenburg (Kt. AG):
Über die Biberrampe statt in den Turbinenauslauf

Vor dem Kraftwerk Rechen kämpften Biber um Leben und Tod. Eine Biberrampe beim Kraftwerk Laufenburg macht es jetzt möglich, die Gefahr zu umgehen. Bereits hat sie ein junger Biber getestet.

Zwei Biber befanden sich im vergangenen Winter/ Frühjahr auf der Suche nach einer neuen Heimat. Doch beim Rhein-Kraftwerk Laufenburg wurde ihre Reise jäh gestoppt. Zwischen den steilen Betonwänden, dem Rechen beim Turbinenlauf und der reissenden Strömung waren sie gefangen. Es gab kein Entkommen aus eigener Kraft. Doch die Biber hatten damals Glück im Unglück: Mitarbeiter des Kraftwerks und der Wildhüter befreiten die verzweifelten Tiere und setzten sie unterhalb des Kraftwerks wieder aus.

Junger Biber nutzt Ausstiegshilfe
Dieses Drama sollte sich nicht wiederholen. Die Betreiberin des Kraftwerks, die Energiedienst Holding AG, zögerte nicht lange. Gemeinsam mit den Biberfachleuten Bettina Sättele und Alfred Schären und mit HALLO BIBER! baute sie mehrere Holzrampen oberhalb vom Kraftwerk. Die Idee: Die Ausstiegshilfen sollen den Bibern ermöglichen, aus dem Rhein auszusteigen bevor sie Gefahr laufen, in den Rechen zu gelangen. Das Kraftwerk sollen sie auf kurzem Landweg umgehen können.

Ende August, kurz nach der offiziellen Freigabe der Biberrampen, war die Freude gross:

Dieser junge Biber benutzte die Ausstiegshilfe dankbar! Er dürfte vom damaligen Hochwasser von seiner Familie abgetrieben worden sein. Nach einer Verschnaufpause von zwei Tagen in der Umgebung des Kraftwerks machte er sich wieder auf den Weg – wahrscheinlich zurück zu seiner Familie.

Ausstiegshilfe für Biber