Lützel: Potential für zukünftiges Kerngebiet

Die Lützel bietet bereits im heutigen Zustand über weite Strecken idyllische Flussabschnitte und damit geeignete Biberlebensräume. Gemeinsam mit der Birs oberhalb Laufen hat sie gar das Potential als Kerngebiet für einen zukünftigen Biberbestand in der Region Basel (ca. 25 Biber Familien). Sehr schöne, flächig ausgebildete Auen befinden sich insbesondere oberhalb der Kantonsgrenze auf jurassischem und französischem Gebiet. Weiter unten sind die Ufergehölze teilweise nur schmal und mancherorts relativ arm an Weiden. Der Zugang ist dem Biber aber auch hier zur Zeit versperrt (künstliche «Wasserfälle» direkt oberhalb der Mündung der Lützel in die Birs und in Kleinlützel).

Sollen sich die Biber dereinst ihren Weg ins Lützeltal erschnuppern können, müssen auch diese Hindernisse bibergängig gemacht werden. Zudem gilt es, die bereits bestehenden Auenbereiche für den Biber zu sichern. Wo die Auenbereiche nur schmal sind, sollen sie durch eine entsprechende räumliche Ausdehnung aufgewertet werden.

Mit dem Umbau der Lützelschwelle in Kleinlützel wurde im Oktober 2003 eine wichtige Barriere für den Biber geöffnet. In Röschenz, Roggenburg (BL) und Kleinlützel (SO) hat HALLO BIBER! in intensiven Verhandlungen mit den Landwirten erreicht, dass, durch eine entsprechend angepasste Bewirtschaftung eine starke Ausdehnung der Uferbereiche bzw. -gehölze verwirklicht wird - und das gleich auf einer Länge von mehreren Kilometern. Mehr Raum für die Lützel und ihre Ufer! Erfreulicherweise unterstützen die kantonalen Landwirtschaftsämter diese Projekte und ermöglichen so deren Finanzierung über den ökologischen Ausgleich.

Lützel wird Topadresse für Biber und Co.

Weniger intensive Nutzung der Felder und mehr Platz für die Ufer: Es tut sich etwas im schönen Lützeltal.

Es gibt sie noch, die wildromantischen Flussabschnitte, die einladen zu verweilen und die Seele baumeln zu lassen - auch in der Region Basel, z.B. an der Lützel. Doch die Ufer der Lützel sind zwar natürlich, oft aber sehr schmal. Der enge Talboden, an den steile, bewaldete Hänge angrenzen, weist fruchtbare Böden auf. Entsprechend wird das Land fast bis ans Wasser genutzt. Damit der Fluss als Lebensraum für Biber und Co. funktionieren kann, braucht es mehr Platz für wildes Gebüsch und abwechslungsreiche Uferformen - ein klassischer Nutzungskonflikt.

HALLO BIBER! hat mit den Bauern verhandelt. Unser Anspruch ist, zu beweisen, dass es auch ihnen etwas bringt, wenn die Nutzung entlang der Lützel extensiviert wird und sich das Flüsschen etwas breiter macht. Einige Bewirtschafter sind einverstanden und unterzeichneten einen entsprechenden Vertrag mit dem Kanton (BL oder SO), so wird ihre Ertragseinbusse über den ökologischen Ausgleich finanziell abgegolten. So können wir erste Erfolge verzeichnen: In der Gemeine Röschenz wird der Uferbereich der Lützel auf einer Länge von ca. 1.5km auf 10m Breite ausgedehnt. In Roggenburg wurden neben der Verbreiterung der Uferstreifen auf Initiative von HALLO BIBER! Waldränder aufgewertet. Die Pflege dieser 2003 erfolgten Massnahmen findet diesen Herbst statt.

Weitere Bewirtschafter haben ihre Zusammenarbeit signalisiert, und die zuständigen kantonalen Landwirtschafts- und Naturschutzämter unterstützen HALLO BIBER! voll.

Es tut sich was am schönsten Fluss der Region!